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Achtung auch durch unsere Bestände gehen Drückerkolonnen (MAZ 19.05.2026)   

Bitte beachten Sie nachfolgende Hinweise!

Energiebetrüger versuchen Anbieterwechsel.
Falsche Edis-Mitarbeiter in Potsdam unterwegs. Energieversorger und Verbraucherschutz warnen

Im nördlichen Potsdamer Wohngebiet An der Wublitz haben falsche Edis-Mitarbeiter versucht, an Zählernummern und Unterschriften von dort lebenden Menschen zu kommen. Offenbar wollten sie einen Anbieterwechsel bei der Energielieferung einleiten und entsprechende Provisionen vom neuen Anbieter kassieren. Darüber informierten Anwohner die MAZ. Die Männer sollen zu zweit aufgetreten und freundlich gewesen sein. Sie sollen Ausweise des Energieversorgers Edis gezeigt und die Bewohner um Zugang zu den Zählern gebeten haben. Sie behaupteten, es gebe ein Leitungsproblem. Für Unterschriften hatten sie einen Tablet-Computer dabei.

Eine Anfrage bei der Edis ergab, dass das Unternehmen in Potsdam kein Netzbetreiber ist und deshalb weder Zähler abliest noch tauscht und auch keine Netzwartung betreibt. Zuständig dafür sei die Netzgesellschaft Potsdam.

Dort hat man von dem mutmaßlichen Betrugsversuch noch keine andere Kenntnis als den Hinweis der MAZ, warnt aber vor Haustürgeschäften im Stadtgebiet Potsdam. Es habe in der Vergangenheit Hinweise auf sogenannte Energieberater gegeben, die sich als Mitarbeiter oder Partner der Stadtwerke beziehungsweise der Energie und Wasser Potsdam GmbH ausgeben, um unter Vortäuschen falscher Tatsachen Stromverträge abzuschließen, so das Unternehmen.

„Wir raten unseren Kunden, keine persönlichen Daten wie Vertragsnummer oder Zählernummer preiszugeben und insbesondere keine Zahlungen jedweder Art zu leisten.“ Mitarbeiter der Stadtwerke würden sich rechtzeitig bei den Kunden anmelden und könnten sich durch einen Firmenausweis legitimieren.
Kunden, die an der Haustür einen Vertrag unterschrieben haben, haben den Stadtwerken zufolge die Möglichkeit, innerhalb einer Frist von 14 Tagen diesem Vertrag schriftlich zu widersprechen.
Hinweise zu Betrugsversuchen kann man beim Kundenzentrum der Energie und Wasser Potsdam (EWP) in der Friedrich-Ebert-Straße 107 geben; die Netzgesellschaft Potsdam (NGP) ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der EWP. Man kann den Hinweis auch telefonisch geben unter 0331/661 30 00 oder per Mail an kundenservice@ewp-potsdam.de. Über die Website der EWP können derartige Haustürbesuche ebenfalls gemeldet werden.

Auch die Verbraucherzentrale (VZ) hat Kenntnis von solchen Betrugsversuchen. „Mal geben sich die Kriminellen als Mitarbeitende von Stromversorgern aus und bieten neue, günstigere Stromverträge an, mal geben sie sich als Mitarbeitende der Netzgesellschaft aus, um den Stromzähler abzulesen“, so Pressesprecher Joshua Jahn: „Ihr Ziel ist es, an persönliche Daten und Unterschriften zu gelangen, um heimlich neue Stromverträge abzuschließen und dafür eine Provision zu kassieren.“
Man solle niemanden unangemeldet in die Wohnung lassen, empfiehlt die Verbraucherzentrale: „Seriöse Anbieter kündigen Besuche stets schriftlich an.“

Wichtig sei, sich nicht unter Druck setzen zu lassen. „Seriöse Anbieter akzeptieren, wenn Kunden Bedenkzeit wünschen. Betroffene sollten zudem keine persönlichen Daten wie die Zählernummer herausgeben und nichts unterschreiben.“

Nach dem „Termin“ sollten die Kunden beim echten Stromanbieter über eine bekannte Telefonnummer nachfragen, empfiehlt der VZ-Sprecher, keinesfalls über die Nummer auf der womöglich vorgezeigten Visitenkarte, die wahrscheinlich gefälscht ist.

Komme tatsächlich ein Vertrag zum Anbieterwechsel zustande, könne man den „sofort schriftlich widerrufen, am besten per Einschreiben, da sie normalerweise ein 14-tägiges Widerrufsrecht haben“, so der Sprecher. Außerdem solle man den bisherigen Stromanbieter informieren, damit die Stromversorgung gesichert bleibe. Zusätzlich sollten alle Unterlagen geprüft und Kontoabbuchungen kontrolliert werden.



Quellenangabe: Potsdamer Tageszeitung vom 19.05.2026, Seite 15